Klingenweiherpark: Naturlandschaft mit goldener Landmarke

Der Klingenweiherpark bildet die neue grüne Mitte des nördlichen Stadtgebietes von Wassertrüdingen. Hier kommt der Besucher in Kontakt mit abwechslungsreicher Naturlandschaft. Die insgesamt vier Weiher liegen wie Perlen aneinandergereiht da. Offene Wasserflächen und zugängliche Uferbereiche wechseln sich ab mit dicht bewachsenen Zonen. Lichte Wiesen und schattige Gehölze treffen aufeinander. Der neue Landschaftspark lebt von der gekonnten Inszenierung dieser reizvollen Strukturen. Die Planorama Landschaftsarchitekten lenken die Besucher über neu geschaffene Wegeverbindungen. Sie greifen dabei nur minimal in den bestehenden wertvollen Naturraum ein. Zugleich bringen sie ein starkes architektonisches Element in den Park, das diesen Ort unverwechselbar macht: Der Weihersteig mit seiner goldenen Hülle erschließt den Menschen die Natur. Er ist expressiv gestaltet mit goldenen Blechen als Einfassung. Die Hülle bleibt manchmal niedrig und wächst immer wieder an zur Brüstung, Stufe oder Sitzkante – je nachdem, was Natur und Landschaft erfordern und ermöglichen.

Der Weihersteig verläuft über Land und über Wasser. Die Parkbesucher nähern sich mit ihm den Ufern, sie erklimmen Dämme und Böschungen, sie kreuzen Weiher und Gräben. Als erdgebundener Weg verbindet der Steig drei Weiher. Über dem südlichen Weiher führt er zu einer Plattform. Wo es Biotope und Wasserflächen erfordern, ist er als Steg oder Brücke auf Pfählen gegründet. Im Norden des Parks leitet er hoch auf die ehemalige Erddeponie, die einen Hügel bildet. Die künstlich entstandene Erhöhung im Gelände bietet jetzt einen wunderbaren Aussichtspunkt. Hier schweifen die Blicke in alle Richtungen, der Hesselberg wirkt zum Greifen nah. Durch die goldene Hülle wird der Weihersteig selbst zu einer lebendigen Form, fast wie ein phantasievolles Wesen, das sich durch die Landschaft schlängelt.

Einzelne Bereiche im Park bleiben fast unverändert, wie die beiden nördlichen Weiher. Lediglich ihre Ufer werden gepflegt und ihre Gewässersohlen gereinigt. Andere Gebiete in der vorhandenen Landschaft sind dagegen neu überplant. Das Südufer des ersten Weihers ist mit seiner neuen Ufermauer zu einer „Stadtkante“ ausgebildet. Hier ist wie mit einem „Auftakt“ die Grenze zwischen städtischem Gebiet und offener Landschaft des Parks gesetzt. Je nachdem, von welcher Seite man kommt, ist es der Auftakt zur Stadt oder zur Natur.

Das Gelände im Klingenweiherpark ist vor allem durch die ehemalige Deponie sehr bewegt. Wassertrüdingen hat sich dafür entschieden, die tiefer liegenden Gräben und Tümpel am Fuße des Deponiehügels mit ihrer üppigen Vegetation zu erhalten. Die Alternative wäre gewesen, diese Flächen aufzufüllen. So erlebt der Besucher jetzt einen starken Kontrast zwischen den kargen Schotterflächen mit einzelnen Trockenmauern und Wildrosen am Deponiehang und den feuchten Senken am Deponiefuß. Wertvolle Fauna und Flora, die sich sukzessiv hier angesiedelt haben, konnten bleiben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Klingenweiherpark ist die Streuobstwiese. Sie war bereits vorhanden als typisches Element der fränkischen Kulturlandschaft, dessen Bestand jedoch vielerorts nicht mehr selbstverständlich ist. Sie wird auf Dauer bleiben, einzelne Bäume wurden bereits nachgepflanzt. Eine neue Moststation bringt Leben und Gemeinschaft auf die Wiese zur Erntezeit. Darüber hinaus bietet sie ganzjährig Schutz und Unterstand für Wanderer und Radfahrer, die in Wassertrüdingen gern gesehene Gäste sind.