Ökologie

Der Umwelt- und Artenschutz ist der Gartenschau Wassertrüdingen ein wichtiges Anliegen. Schon vor Baubeginn der Gartenschau wurde eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) durchgeführt, in der verschiedene Schutzmaßnahmen für Natur- und Tierwelt festgelegt wurden. Diese werden selbstverständlich eingehalten. Darüber hinaus hat die Gartenschau die übergreifende, wichtige Aufgabe, die Realisierung langfristiger städtebaulicher Projekte, den Erhalt und die Gestaltung von Grünflächen sowie den Schutz von Natur und Umwelt miteinander vereinen.

Langfristige Investition in städtebauliche Projekte und Grünflächenerhalt

Eine Gartenschau ist immer viel mehr als eine temporäre Veranstaltung. Sie erhält und gestaltet Grünflächen langfristig und löst zudem städtebauliche Aufgabenstellungen. In Wassertrüdingen sind dies der Hochwasserschutz und der Abschluss der Bauschuttdeponie – zwei wichtige und notwendige Projekte, die im Zuge der Landesgartenschau realisiert wurden.

Dabei mussten bzw. müssen gesetzliche Auflagen wie zum Beispiel die Deponieverordnung eingehalten werden, die die Planung der Gartenschau beeinflusst haben. Diese Auflagen mit dem Natur- und Umweltschutz sowie dem Erhalt und der Gestaltung von Grünflächen für Mensch und Natur in Einklang zu bringen, war und ist Ziel der Gartenschau.

Arten- und Naturschutz

Es wurden viele bauliche Maßnahmen im Klingenweiherpark sowie im Wörnitzpark zugunsten des Arten- und Naturschutzes im Zuge der Gartenschaubauarbeiten getan. Es wurde stets auf die wichtigen Zeiträume im Leben der Tiere im Gelände geachtet. Im folgenden können Sie sich über die einzelnen Maßnahmen je nach Tierart informieren:


Beiträge und Veranstaltungen zum Thema auf der Gartenschau

Ausstellungsbeiträge rund um Natur- und Artenschutz:

  • Der Beitrag des Bund Naturschutz „Sei kein Frosch, hilf den Fröschen“ informiert über heimische Amphibien und was man für sie tun kann.
  • Ausstellungsbeiträge zum Nachmachen wie zum Beispiel Totholz, Sandarium, Steinpyramiden oder Insektenhotels mit entsprechenden Erklärtafeln geben Tipps zum Artenschutz im eigenen Garten. Darüber hinaus wird im wöchentlichen Wechsel über Themen von nachhaltiger Energiewirtschaft bis hin zu grünen Berufen informiert.
  • Die Landwirte von Wassertrüdingen und Umgebung legen entlang der Einfallsstraßen ökologisch wertvolle Blühstreifen an ihren Äckern an.

 

„Schule im Grünen“ für Kindergärten und Schulklassen:

  • Führungen und Veranstaltungen rund um Naturschutz zu Aspekten wie Lebensraum Streuobstwiese, Biber, Nutzen der Bienen für Mensch und Natur, Biodiversität und Insektenschutz, Nahrungskette, Vielfalt in der Hecke, umweltfreundliche Fortbewegung, erneuerbare Energien, Nistkastenbau, Amphibienschutz etc.

Hochwasserschutz
Grundlage für die Landschaftsplanung im Wörnitzpark war der Hochwasserschutz. Hier wurde eng mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammengearbeitet. Notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen wurden in das Konzept der Gartenschau integriert, so dass sie als technisches Bauwerk nicht mehr wahrzunehmen sind.

Abschluss der Deponie

Mit dem Klingenweiherpark schafft die Gartenschau einen neuen Stadtteilpark für die Wohngebiete, die hier bereits vorhanden sind und sich zukünftig weiter entwickeln werden. Gleichzeitig wird die städtische Deponie abgeschlossen und in den Park integriert.

Fische

Fischtreppe im Wörnitzpark

  • Im Wörnitzpark wurde die Durchgängigkeit der Wörnitz, die bisher durch das Wehr an der Stadtmühle unterbrochen war, für Fische wieder hergestellt. Ein durch eine Sohlgleite abgetreppter Flusslauf (Fischtreppe) ermöglicht jetzt den Aufstieg der Fische auch gegen die Fließrichtung.

Allgemeine Maßnahmen

Allgemeine Maßnahmen zum Arten- und Naturschutz

  • Bei allen baulichen Maßnahmen wurde auf die Brut- und Laichzeit sowie die Winterschlaf- und Winterstarrezeit der Tiere im Gelände in der Zeit zwischen 30. September bis 01. März Rücksicht genommen.
  • Für einen größtmöglichen Schutz von Tieren und Pflanzen während der Baumaßnahmen wurde eine Ökologische Baubegleitung beauftragt, die während der Bauzeit der Gartenschau das Einhalten einer ökologisch sachgerechten Baudurchführung überwacht hat.
  • Für die Gartenschau wurden einige Flächen, die vorher versiegelt waren, entsiegelt und zu naturnahen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen gemacht, so zum Beispiel ein ehemaliges Lagerhaus, das abgerissen und auf dessen Fläche der Stadtgarten angelegt wurde, und ein Holzlagerplatz, der mit naturraumnahem Saatgut begrünt wurde, um ein ökologisch hochwertiges, artenreiches Extensivgrünland zu entwickeln. Ein bisheriger Acker wird zudem als Ausgleichsfläche mit heimischen Sträuchern und Einzelbäumen angelegt.
  • Im Zuge der Gestaltung der Gartenschauflächen wurden Altlasten im Baugrund des Festplatzes fachgerecht ausgebaut und entsorgt.
  • Im Klingenweiherpark wurde der Alt- bzw. Totholzbestand erhalten, der vor allem Insekten und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum bietet. Eine bestehende Streuobstwiese wurde bewahrt und aufgewertet, indem Extensivgrünland zur artenreichen Mähwiese entwickelt wird (Pflanzung von regional verbreiteten Streuobstsorten).
  • Ein Stillgewässer, das im Rahmen der Genehmigung für den 2. Bauabschnitt der Bauschuttdeponie von Wassertrüdingen verschüttet werden dürfte, wurde aufgrund seines ökologischen Werts auf Initiative der Gartenschau bewusst als Element der Gartenschau erhalten.

Zauneidechsen

Zauneidechsenschutz

  • Anfang August 2017 wurde ein fester Reptilienschutzzaun aus HDPE-Folie aufgestellt, der die ungestörten Eidechsenlebensräume im Westen der Deponie von den durch die Baumaßnahmen beeinträchtigten Lebensräumen trennt und eine Rückwanderung der Tiere ins Baufeld verhindert.
  • Auf einer Ausgleichsfläche wurden mehrere Lebensraumstrukturen für Zauneidechsen angelegt. Dazu zählen die Habitatelemente Sandlinsen, Lesesteinhaufen, Reisighaufen und Totholz. Um die Habitatelemente wurde Grünland angesät.
  • Die Eidechsen wurden abgefangen und auf die optimierte Zauneidechsenfläche mit bereits bezugsfertig hergestellten Habitatelementen gebracht.

Laubfrösche

Laubfrösche

  • Bauzeitbeschränkung und Vergrämung in Baufeldern in Laubfroschlebensräumen (Stadtstrand, Uferbereiche des 1. Klingenweihers)
  • Die Eingriffsbereiche wurden während der aktiven Phase der Frösche durch die Entfernung von potenziellen Winterquartieren unattraktiv gestaltet, so dass die Bauarbeiten auch im Winter während der Winterstarrezeit der Tiere weitergeführt werden konnten. Eine Flachwasserzone mit umfangreichen Röhrichtbeständen wurde für die Frösche angelegt.
  • Ein hochwertiges Gewässer in der Nähe der Bauschuttdeponie, das im Rahmen der Deponieaktivitäten verfüllt werden sollte, wird durch die Gartenschau erhalten. Das Gewässer ist sehr hochwertig und eignet sich als Laubfroschlebensraum. Da Laubfrösche sehr wanderfreudig sind und Distanzen von bis zu zwei Kilometern zurücklegen können, eignet sich das Gewässer als vorgezogener Ausweichlebensraum für die verloren gegangene Habitatfläche im 1. Klingenweiher.

Fledermäuse

Fledermäuse auf der Gartenschau

  • Verschluss von potentiellen Fledermausquartieren, um die Schädigung von Fledermäusen zu vermeiden. Der Verschluss wurde so angebracht, dass die Fledermäuse ihre Quartiere zwar verlassen, nicht aber wieder einfliegen können.
  • Vorsichtige Fällung von Bäumen außerhalb der Wochenstuben- und Winterruhezeit.
  • Aufhängen von Fledermausquartieren: Zum Erhalt der Quartierfunktion für Fledermäuse wurden Fledermausquartiere (Ausgleichsnistkästen) aufgehängt.


Vögel

Vogelschutz

  • Brutvögel: Rodung von Gehölzen und Rückschnitt des Gewässersaumes nur außerhalb der Brutzeit der Vögel in der Zeit zwischen 30. September bis 1. März.

Flussmuscheln

Bachmuscheln

  • Erhalt einer Mindesthöhe der verbleibenden Wörnitzuferböschung am Stadtstrand (Mittelwasserspiegel von mindestens einem Meter)
  • Vor Beginn der Baumaßnahmen an der Wörnitz (Hochwasserschutz, Fischtreppe) wurden rund 25.000 Muscheln umgesetzt.

Unsere Bienen: ein wichtiges Thema auf der Gartenschau in Wassertrüdingen

Bienen auf der Gartenschau

Spätestens seit dem Volksbegehren Artenschutz sind sie zum Symbol für Artenvielfalt und schützenswerte Natur geworden: die Bienen. Auch auf der Gartenschau gilt den Bienen besonderes Augenmerk in Form verschiedener Ausstellungsbeiträge und Veranstaltungen, die übrigens größtenteils schon lange vor dem Volksbegehren geplant waren.

Ausstellungsbeiträge

Vorstellung bienenfreundlicher Pflanzen für Balkon, Terrasse und Garten Mit dem Prädikat „blühintensiv und stresstolerant“ haben die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim und die Bayerischen Zierpflanzenbauberater zehn neue Pflanzensorten für Balkon, Terrasse und Garten prämiert. Diese sind besonders attraktiv für Insekten und damit auch Bienen – ein Kriterium, das von immer mehr Freizeitgärtnern bei der Pflanzenauswahl beachtet wird. Auf der Gartenschau werden diese Pflanzen vorgestellt.

Bayerns beste Blütenpracht: insektenfreundlicher Ziersalbei ist die „Pflanze des Jahres“

Alljährlich küren Bayerns Gärtnerinnen und Gärtner eine besondere Pflanzensorte zu ihrer „Bayerischen Pflanze des Jahres“. In diesem Jahr hat sie ein neuer Ziersalbei überzeugt, der besonders früh und leuchtend blüht und damit Menschen und Bienen Freude bereitet. Der „Freche Michel“ bleibt kompakter als seine bisher erhältlichen größeren Schwestersorten und überrascht mit verschiedenen Blühfarben, da er je nach Lichteinfall und Jahreszeit mal mehr tiefblau, mal mehr dunkelviolett leuchtet. Vor allem jedoch bietet er Bienen und anderen Insekten eine willkommene Anlaufstelle – und das zu einer Zeit, zu der manch andere Sommerblume erst allmählich mit ihrer Blüte beginnt.

Depot Immenhof im Klingenweiherpark

Der Imkerverein Wassertrüdingen zeigt im Depot Immenhof praktische Imkerei. Erfahrene Imker des Imkervereins Wassertrüdingen bzw. ihre Kollegen aus anderen Imkervereinen geben ihr Wissen rund um dieses so schöne wie anspruchsvolle Hobby weiter und stehen für alle Fragen zur Verfügung – egal ob es um den Nutzen der Bienen für Mensch und Natur geht, um die Gewinnung von Honig oder um Bienen und ihre speziellen Aufgaben.

Die Schulimkerei der Betty-Staedtler-Mittelschule Wassertrüdungen

Neben anderen Beiträgen zur Gartenschau zeigt die Betty-Staedtler-Mittelschule Wassertrüdingen den Beitrag „SmartBees by Betties: Das digitalisierte Bienenhaus“. Die Schulimkerei, die es seit 2011 gibt und die mehrere Bienenvölker umfasst, ist ein Kooperationsprojekt der Mittelschule mit ansässigen Betrieben. Dahinter steht der Wunsch, selbst einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Bienen zu leisten. Ziel ist es auch, ökologische Zusammenhänge zu beobachten und zu verstehen. Die Schüler der Schulimkerei tragen Sorge für die Pflege der Bienen, die Instandhaltung der Bienenkästen sowie die Verarbeitung und den Vertrieb der Produkte. 2015 entstand die Idee, Natur und Technik in einem „digitalisierten Bienenhaus“ zu vereinen, das viele Zusammenhänge sichtbar macht: Mit Hilfe selbstentwickelter Sensorik wurden Gewicht, Temperatur und Feuchtigkeit aller Völker erfasst. Am Bienenhaus besteht die Möglichkeit, diese Daten anzuzeigen. Informationstafeln veranschaulichen die Entstehung und Durchführung des Projekts.

Blühpakt Bayern – gemeinsam für den Schutz unserer Insekten

Die Zahl der Insekten bzw. der Arten geht massiv zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Ursache jedoch immer die gleiche: Der Mensch, der zu viel Fläche verbraucht, trägt eine große Mitverantwortung. Im Blühpakt Bayern ergreifen deshalb Kommunen, die Wirtschaft, die Landwirtschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium konkrete Gegenmaßnahmen. Auf der Gartenschau stellt der Blühpakt Bayern sein Programm vor. Mit symbolischen Pusteblumen möchte er zudem den Insektenschutzgedanken verbreiten und jeden dazu anregen, seinen persönlichen Beitrag zu leisten. Beispiele zum Nachmachen wie Natursteinmauer, Sandarium, Steinpyramiden, Totholz oder Insektenhotels mit Erklärtafeln geben Tipps zum Artenschutz im eigenen Garten.

Flederauge und Pfauenmaus: der Natur auf der Spur

An mehreren Stationen und ausgewiesenen Orten auf dem Gelände der Gartenschau gibt es viel über die verschiedenartigen und überraschenden Lebenswelten der Tiere und Pflanzen zu entdecken. Anhand von Strukturen, die im Park bereits vorhanden waren und bewusst erhalten wurden, sowie anhand speziell errichteter Stationen werden diese Lebensräume erfahr- und erlebbar. Im Zuge der Gartenschau wurden auch Flächen geschaffen, die als Lebensräume wertvoll sind, obwohl sie vielleicht auf den ersten Blick nicht danach aussehen. So ist die so genannte Sukzessionsfläche aus Kalkschotter auf dem Hügel der ehemaligen Deponie wohl zunächst ein ungewohnter und karger Anblick; sie bietet jedoch wertvollen Lebensraum.

Grüne Vielfalt säen – eigenes Glück ernten

Sei es regionales Essen, Schafwolle oder vergessene Gurkensorten – hier machen neben den unterschiedlichen Wochenthemen rund um Haus und Garten auch die „Urban Gardening“-Flächen oder das Wasserbeet neugierig. Dabei kommt der Aspekt „Bienenfreundlichkeit“ nicht zu kurz. Im mittleren Teil des Klingenweiherparks, wo dieser Ausstellungsbeitrag zu finden ist, gibt es zudem Stauden, die bewusst als Bienenweide dienen, zu entdecken und jede Menge Informationen, wie man diese bunten Blühflächen zu Hause anlegen kann.

Gesundes und Schönes aus mittelfränkischen Gärten

Für die Gartenschau Wassertrüdingen haben die Obst- und Gartenbauvereine am Rand eines vorhandenen alten Streuobstbestands einen Garten mit viel Obst und Gemüse angelegt, in dem auch Blüh- und Bienenpflanzen eine wichtige Rolle spielen. Die Streuobstwiese mit überwiegend alten Apfelsorten wird seit vielen Jahren vom örtlichen Gartenbauverein bewirtschaftet. Jeder Apfelbaum ist in kostbares Naturjuwel, über den es viel zu erzählen gibt. Viele ehrenamtliche Helfer stehen den Besucherinnen und Besuchern hier an den 108 Tagen der Gartenschau für alle Fragen rund ums Gärtnern zur Verfügung.

Ackerschätze – aus Liebe zur Heimat

Das „Team Ackerschätze“ sind Bäuerinnen und Bauern aus der Hesselbergregion. Sie verstehen ihren Beruf als Berufung und Auftrag und engagieren sich deshalb ehrenamtlich mit einem Ausstellungsbeitrag bei der Gartenschau der Heimatschätze. Ihr Anliegen ist es, die Landwirtschaft erlebbar zu machen, indem sie in authentischer Umgebung an Beispielen den Weg der Feldfrüchte vom Acker auf den Esstisch aufzeigen. Dabei kommen auch Aspekte wie biologische Vielfalt, nachhaltige Wirtschaftsweise und damit auch der Schutz von Insekten und Bienen als wichtige Bestäuber nicht zu kurz. So wird zum Beispiel gezeigt, wie man Blühstreifenmischung selbst herstellen kann.

Veranstaltungen für Schulklassen im Rahmen von „Schule im Grünen“

Im Freien mit Spaß etwas über die Natur lernen – das ermöglicht das Programm „Schule im Grünen“ für Schulklassen, Kindergärten sowie Jugend- und Fördergruppen. Zahlreiche Veranstalter und Aussteller bringen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Kindergartenalter bis zur Oberstufe verschiedene Themenbereiche aus Natur und Umwelt näher und geben spannende Einblicke in Landwirtschaft, Ernährung und Technik. Ziel ist es, die jungen Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. „Schule im Grünen“ umfasst auch einige Angebote rund um Bienen bzw. Insekten. Das gesamte Programm, Anmeldebedingungen sind in der Broschüre „Schule im Grünen“ oder unter https://www.wassertruedingen2019.de/de/veranstaltungen/schule-im-gruenen/ zu finden.